Die esteso-Netzwerkveranstaltung 2025 widmete sich dem Thema Kooperationen in der Langzeitpflege. Fachpersonen und Mitglieder des Netzwerks diskutierten die Chancen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren gemeinsamer Strategien. Rund 20 Teilnehmende aus Leitung, Trägerschaft und Beratung kamen am 6. November 2025 in der Marina Lachen zusammen, um praxisnahe Einblicke und Instrumente für die eigene Organisation zu gewinnen.
- Zusammen mehr erreichen – die Rolle der Trägerschaft in erfolgreichen Kooperationen
Markus Buck beleuchtete die strategische Bedeutung von Kooperationen in der Langzeitpflege. Angesichts steigender Anforderungen durch demografische Veränderungen, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Kostendruck können Institutionen die Zukunft kaum alleine gestalten. Kooperationen bieten die Chance, Qualität, Attraktivität und Innovationskraft langfristig zu sichern – im Sinne einer besseren Versorgung und Betreuung älterer Menschen.
Trägerschaften übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie entscheiden über die strategische Ausrichtung, prüfen Kooperationsoptionen, schaffen klare Governance-Strukturen und stellen sicher, dass Partnerschaften zu den eigenen Werten und Zielen passen. Erfolgreiche Kooperationen basieren auf Vertrauen, gemeinsamer Vision, transparenter Kommunikation und klaren Entscheidungswegen. Sie sind kein Selbstzweck, sondern dienen der nachhaltigen Zukunftssicherung.
- Der Kooperationsnavigator als zentrales Führungsinstrument
Dr. Patrick A. Scarpelli stellte den Kooperationsnavigator vor – ein Instrument, das Institutionen dabei unterstützt, ihre Kooperationsfähigkeit systematisch zu prüfen. Der Navigator bewertet strategische, operative, personelle und finanzielle Aspekte sowie Qualität, Sicherheit und Leistungsangebot. Er ermöglicht eine strukturierte Standortbestimmung und zeigt auf, ob eine Organisation bereit ist, einen Kooperationsprozess zu starten.
Anhand von vier Bewertungsfeldern – Strategie, Leistung, Verständnis und Ressourcen – konnten die Teilnehmenden den Reifegrad ihrer eigenen Institution reflektieren.
- Ergebnisse der Gruppendiskussion
Die Diskussionen zeigten deutlich, dass erfolgreiche Kooperationen eine gemeinsame Sichtweise von Trägerschaft und Geschäftsleitung voraussetzen. Nur wenn beide Ebenen dieselben Ziele, Werte und Erwartungen für zukünftige Kooperationen teilen, kann eine Zusammenarbeit nachhaltig Wirkung entfalten. Der Kooperationsnavigator erwies sich dabei als hilfreiches Instrument, um den aktuellen Reifegrad einer Institution am Beginn eines Kooperationsprozesses zu erfassen. Je nach Ausgangslage und Zielsetzung sollten die Fragen jedoch individuell ergänzt oder angepasst werden. Zudem wurde deutlich, dass sich der Reifegrad potenzieller Partner stark unterscheiden kann – abhängig von Faktoren wie der Dringlichkeit einer Kooperation, den politischen Rahmenbedingungen oder den persönlichen Interessen einzelner Mitglieder strategischer Gremien. Eine offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis sind deshalb entscheidend, um tragfähige Partnerschaften aufzubauen.
- Fazit und Ausblick
Kooperationen sind kein kurzfristiges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Sie erfordern strategische Klarheit, kulturelle Passung und die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen. Der Kooperationsnavigator bietet dafür eine praxisnahe Grundlage und unterstützt Trägerschaften sowie Geschäftsleitungen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Kooperationen nachhaltig zu gestalten.
Die esteso-Netzwerkveranstaltung zeigte eindrücklich, dass Vernetzung und gemeinsames Lernen wichtige Erfolgsfaktoren für die Zukunft der Langzeitpflege sind.
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